gezielt Wuchten

mit dieser Methode wollte ich eine Lösung finden, die Iterationsschritte beim Wuchten auf so wenige Wuchtvorgänge wie möglich zu reduzieren. Sie ist aus einer anderen Berechnungsmethode entstanden, die ich mittlerweile aus der Homepage entfernt habe, weil sie zu viele Nachteile hatte. Unter anderem ist es nicht möglich die Schwerpunktlagen genau zu messen. Das soll bei dieser Methode unnötig gemacht werden.

 

Dazu habe ich eine Excel-Tabelle erstellt, die aufgrund der Daten der Blätter, genau ermittelt, wo wie viel Gewicht aufzubringen ist.

Dazu werden aber von beiden Blättern das Blattgewicht und die Schwerpunktlagen benötigt. Nur mit diesen Informationen kann man genau berechnen, wie die Unterschiede zu korrigieren sind.

Blattgewicht ermitteln ist einfach. Bei der Schwerpunktlage schaut es schon wieder schwieriger aus.

Auch wenn man die auf Messerkanten auf den Blättern sehr genau anzeichnen kann, so ist es doch nahezu unmöglich, die ohne geeignete Messmittel genau herauszumessen.

 

Um das zu umgehen habe ich einen Vorwuchtschritt eingeplant.

Wie vorher bereits erwähnt, kann eine Blattwaage die Schwerpunkte zueinander sehr genau festlegen.

Wenn dann das Gewicht der jeweiligen Blätter noch sehr genau ermittelt wurde, können wir damit in die Berechnung einsteigen.

Dazu müssen die Schwerpunktlagen und die Gewichte der Blätter nach dem Vorwuchten möglichst genau ermittelt und blattbezogen

(Schwerpunktlage und Gewicht passend für jedes Blatt) in die Tabelle eingetragen werden.

 

Das leichtere Blatt hat nun den Schwerpunkt weiter von der Bohrung entfernt.

Die Tabelle wird dann ein aufzubringendes Gewicht in der Nähe der Blattwurzel vorschlagen, so dass der Schwerpunkt des Blattes mit dem am weitesten außen liegenden Schwerpunkt genau so weit verschoben wird, dass er mit der Schwerpunktlage des anderen Blattes übereinstimmt. Wie viel Gewicht dabei aufgebracht werden muss, ist erst mal egal. Es kann durchaus mehr als das Differenzgewicht der Blätter sein.

 

Zur Kontrolle wird das so modifizierte Blatt wieder gewogen und der Wert wieder in die Excel-Tabelle eingegeben.

Dort kann man dann auch vergleichen, ob Berechnung und Wiegen das gleiche Ergebnis zeigen.

 

Nachtrag am 09.09.2018:

Alternativ zum Vorwuchten kann mit Siggis Drahtvorrichtung die Schwerpunktlage der Blätter und deren Gewicht ermittelt werden.

Diese Werte können dann in die Berechnung eingetragen werden. Diese ermittelt dann wieder wo welches Gewicht angebracht werden muss um die Schwerpunkte anzugleichen. Im Idealfall ist es das Differenzgewicht genau an der richtigen Stelle.

Achtung: Blattwaagen können die Schwerpunktlagen zueinander besser ermitteln als die üblichen Drahtmethoden.

Siggis optimierte Drahtvorrichtung liefert sehr genaue Ergebnisse, aber immer noch ungenauer als Blattwaagen.

 

Die Excel-Tabelle kann nun berechnen, wie viel Gewicht im Schwerpunkt auf welchem Blatt aufgebracht werden muss.

Eine Berechnung ist hierfür aber eigentlich nicht mehr nötig, weil der nächste Schritt nämlich bereits der Feinwuchtvorgang auf der Blattwaage ist. Es wird also Gewicht im Schwerpunkt des Blattes angebracht und gleich auf einer Blattwaage so weit verändert, dass die Waage ausbalanciert ist. Wenn die Blätter dort dann im Gleichgewicht sind, müssen sie gleich schwer sein.

 

Es werden also genau zwei Wuchtvorgänge benötigt. Hier nochmal die drei Schritte:

1. Vorwuchten um die Schwerpunktlagen der Blätter zueinander möglichst genau zu ermitteln.

    alternativ Ermitteln der genauen Schwerpunktlagen durch Siggis Drahtvorrichtung

2. gezielt nach Berechnung Gewicht aufbringen um den Schwerpunkt zu verschieben

    es kann das Differenzgewicht an der richtigen Stelle sein

    es kann aber auch mehr oder weniger sein wenn die Verschiebung der Schwerpunkte das so erfordert

3. Feinwuchten

    entweder im Schwerpunkt mit einem zusätzlichen Gewicht (um das Blattgewicht anzugleichen)

    oder es wird direkt das Differenzgewicht optimiert

 

Wenn das letzte Auswuchten dann noch auf einer Blattwaage mit Kopfabstand durchgeführt wird, ist auch der Effekt #1 nahezu komplett herausgewuchtet. 

 

Die Tabelle bewertet auch, ob es überhaupt Sinn macht mit Tesa zu wuchten. Wenn die Blätter zu ungenau sind, macht es vielleicht keinen Sinn meterlange Tesastreifen rumzuwickeln. Die Grenzen dafür sind selbst einstellbar.

Sie bewertet auch, ob es vielleicht die Möglichkeit gäbe, gleich das Differenzgewicht auf dem leichten Blatt unterzubringen.

 

Die Methode erscheint etwas kompliziert, gebe ich zu.

Eigentlich ist sie das aber gar nicht:

1. Blätter auf normaler Blattwaage auswuchten oder Schwerpunktlagen ermitteln

2. Blätter wiegen (so gut es eben geht) und mindestens einen der Schwerpunkte (±1mm) ermitteln

3. Werte blattbezogen in die Tabelle eintragen.

4. empfohlenes Gewicht (Länge Tesastreifen) aufbringen

5. abschließendes Feinwuchten, idealerweise auf der Einarmwaage.

 

Leider kann ich keine Files zum Download auf meine HP stellen. Wer die Methode probieren möchte, muss mir eine E-Mail senden. Ich kann dann das Excel-File zusenden.

 

 

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