optimierte Vorrichtung und Drahtmethode

In unserer gemeinsamen Diskussion hat Siggi, einer unserer Helikollegen, die Drahtmethode so weit optimiert, dass ich mittlerweile von der Methode auch überzeugt bin.

Er hat an die Methode geglaubt, weil er sie schon immer angewendet hat. Er hat auch schon versucht einige Optimierungen einzubringen, um eine möglichst gute Vorrichtung zu bauen. Wir konnten dann gemeinsam die noch verbliebenen Fehler der Methode ermitteln und er hat dann eine neue Vorrichtung gebaut, die sehr einfach anzuwenden ist und die Schwerpunkte sehr gut aneinander angleichen kann. Den Rest erledigt wieder eine Blattwaage, idealerweise eine mit Kopfabstand.

Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich bei Siggi bedanken. Er hat nicht aufgegeben hier weiter zu optimieren, immer wieder Verbesserungen an seiner Vorrichtung eingebracht und die Ergebnisse zum Einen am Heli getestet zum Anderen mit mir geteilt.

Ich darf nun das Ergebnis dieser Arbeit hier vorstellen. Und er hat da richtig viel Arbeit reingesteckt. Danke dafür!

 

Das Problem bisheriger Drahtmethoden habe ich einigermaßen versucht zu beschreiben.

Ein klarer Vorteil der Drahtmethoden ist, dass relativ gezielt das benötigte Gewicht aufgebracht werden kann.

Was liegt also näher, diesen Vorteil zu nutzen und die Fehler zu versuchen zu beseitigen?

 

Hier die Beschreibung der Methode und der Vorrichtung dazu:

 

Es soll eine Vorrichtung vorgestellt werden, bei der der Weg, den das Blatt über den Draht zurücklegt, für jedes Blatt genau reproduzierbar gleich ist. Die einzige Fehlerquelle ist eigentlich nur noch zu beurteilen, ob die Blätter wirklich schon gleich kippen oder doch noch nicht.

 

Die Vorrichtung nimmt nur ein Blatt auf. Beide Blätter werden mit derselben Vorrichtung ausgemessen.

Es ist wie bei der Einblattwaage: die Vorrichtung wird auf ein Blatt eingestellt, mit der dann das andere Blatt verglichen wird.

Dazu werden die Blätter auf den Draht (beim Siggi ist es ein Kunststofflineal) gelegt, so dass sie auf der Blattwurzelseite schwerer sind.

Dort werden sie dann mit der Hülse auf einen kleinen Stift gesteckt.

Dieser Stift ist der erste wichtige Unterschied zu den anderen Methoden. Für die Schwerpunktlage ist nämlich die Bohrung im Blatt relevant und nicht die Blattspitze oder eine andere Außengeometrie.

Dieser Stift ist auf einem verschiebbarem Teil der Vorrichtung angebracht. Die Blätter werden also in der Bohrung mit dem Stift über den Draht geschoben, bis der Schwerpunkt über diesem angekommen ist. Wird dann nur noch ein ganz kleines bisschen weiter geschoben kippt das Blatt (wegen des instabilen Zustandes) sofort auf die andere Seite.

 

Die Vorrichtung wird so nun auf das schwerere Blatt eingestellt. D.h. die Position des Stiftes auf der Vorrichtung kann ganz genau wieder eingestellt werden. Das ist der zweite wichtige Unterschied zu bisherigen Drahtmethoden.

 

Wird nun das zweite Blatt auf die Vorrichtung gelegt, so kann dieses mit denselben Bedingungen wie beim ersten Blatt beurteilt werden.

Da das Blatt an genau derselben Stelle mit genau demselben Stift über genau denselben Draht geschoben wird, gibt es keinen Fehler mehr, der durch die Vorrichtung selbst Unterschiede in den Blattschwerpunkten erzeugen kann.

Das ist der dritte und eigentlich wichtigste Unterschied zu anderen Drahtmethoden.

 

Die Kunst ist aber dabei eine Vorrichtung zu bauen, bei der die Stiftposition verändert werden kann (um das zweite Blatt über den Draht zu schieben), bei der aber dieselbe Stelle, die einmal eingestellt wurde, so genau wie nur möglich wieder angefahren werden kann.

Das sollte aber kleiner als 1/10mm machbar sein.

 

Das zweite, leichtere Blatt wird nun ebenfalls über den Draht geschoben. Dabei wird nur beurteilt, ob es vorher schon kippt oder ob der vorherige Weg überfahren werden muss um es zum Kippen zu bringen.

Nun wird auf diesem Blatt versucht das Differenzgewicht an die Stelle zu setzen, dass die Blätter an der gleichen Einstellung der Vorrichtung kippen. Da das nicht immer gelingen wird, kann es auch sein, dass dann mehr Gewicht aufgebracht werden muss.

Im Falle dass sich sogar das leichtere Blatt auf einer Blattwaage senken würde, ist der Schwerpunkt diese Blattes so weit außen, dass dann relativ viel Gewicht am Blattende angebracht werden müsste. Evtl. macht es dann Sinn das Blatt erstmal ganz innen schwerer zu machen, so dass es dann zum schwereren Blatt wird. Danach wieder wie oben die Vorrichtung neu einstellen.

 

optimierte Drahtvorrichtung Drahtmethode

rechts oben im Bild ist mein erster Entwurf einer optimierten Drahtvorrichtung zu sehen.

Ich habe das Konzept von Siggi übernommen. Die Idee mit der Feineinstellung über eine Gewindestange ist super.

 

Auf dem Holzklotz in der Mitte des Blattes ist der Draht aufgeklebt, auf dem das Blatt im Moment liegt.

rechts unten an der Vorrichtung ist der Schiebemechanismus angebracht

optimierte Drahtvorrichtung Drahtmethode Einstellung Einstellrad

hier ist der Schiebemechanismus dargestellt. Das Gummiband sorgt immer für Spielfreiheit, auch beim Zurückdrehen.

optimierte Drahtvorrichtung Drahtmethode Einstellrad Skala

das Rad, mit dem das Blatt über den Draht geschoben werden kann.

Es ist dabei nicht wichtig, wieviel mm eine Umdrehung macht. Es ist wichtig, dass das Blatt sehr reproduzierbar geschoben werden kann, bis es kippt.

 

um eine gute Reproduzierbarkeit zu erhalten muss das Blatt mit der Scheibe immer etwas vorgeschoben und wieder etwas entlastet werden. Wird ohne Entlastung geschoben bis das Blatt kippt, ist zwischen dem kleinen Mitnehmer, der das Blatt schiebt, und dem Blatt zu viel Reibung. Das Blatt kippt so sehr viel später. Zumindest in der unmittelbaren Nähe des Kipppunktes muss immer in kleinen Schritten vorbewegt und entlastet werden.

 

 

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